Paul und Sarah sind auf dem Weg zur Archivarin, Frau Goldstein Zyper-Mayer. Seit dem gemeinsamen Abenteuer auf Zypern haben sie sie nicht mehr gesehen. Sarah hatte angerufen und gefragt, ob sie mal vorbeikommen dürften. Die Archivarin hatte erstaunlich erfreut reagiert und gleich das ganze Team eingeladen.

"Na hallo! Da seid ihr ja endlich", ruft Dominik ungeduldig, der mit Samuel bereits vor der Haustür wartet.

Paul schmunzelt. "Immer diese Hektik."

Samuel klingelt. Kurz darauf erscheint eine freundlich lächelnde ältere adrette Dame an der Tür. "Guten Tag! Schön, dass ihr mich einmal besucht. Kommt doch bitte herein!"

Neugierig betreten die vier Freunde das alte Stadthaus im gotischen Viertel von Villstein.

"Boah", staunt Dominik. "Hier sieht's ja aus, wie in einem Museum."

Frau Goldstein Zyper-Mayer lacht und geht voraus. Im Gänsemarsch erklimmen sie eine breite geschwungene Treppe ins Obergeschoss, wo die Gastgeberin eine große Flügeltür öffnet. "Willkommen in meinem bescheidenen Heim!"

"Bescheiden?" platzt es aus Dominik heraus, als er den großen tiefroten Teppich betrifft und den großen Kronleuchter entdeckt.

Den Kids fallen die Kinnladen der Reihe nach herunter. Zaghaft betreten sie einen Salon mit kunstvollen verzierten Wandvertäfelungen, der wirkt, als wäre die Zeit mindestens hundert Jahre stehen geblieben.

"Das erinnert ein wenig an ... Renaissance, wenn ich nicht irre", überlegt Sarah laut. "Und das im gotischen Viertel. Spannend."

Die Archivarin nickt. "Du hast recht. Wie ich sehe, trägst du deinen Ruf zurecht."

"Welchen Ruf?"

"Nun, es hat sich mittlerweile herumgesprochen, dass du offenbar eine angehende Expertin für antike bis zeitgenössische Architektur und Baukunst bist." Dabei machte die Archivarin eine leichte Verbeugung.

"Oh Mann!" lacht Sarah. "Also das halte ich für stark übertrieben."

Samuel meint dazu: "Ach was, untertreibe nicht. Du bist spitze!"

Sarah wird ganz rot im Gesicht.

"Und vergessen wir nicht, dass sie hervorragend zeichnen kann", ergänzt Paul.

"Ach ja, die Fotos", fällt Sarah ein, geht zu der riesigen Couch, die mit gelbem Samt bezogen ist und setzt sich. Auf dem Couchtisch breitet sie ihre Bilder aus.

"Darf ich euch vielleicht einen Kakao und etwas Stollen und Plätzchen anbieten?" fragt die Archivarin.

"Oh, das ist aber lieb. Gerne!"

Die Archivarin verlässt den Salon und kommt kurz darauf mit einem goldverzierten Tablett zurück und setzt sich dazu.

Nun versammeln sich alle um die Couch herum und Sarah beginnt zu erzählen. Zwischendurch erzählen die Jungs weiter.

"Wow", keucht die Archivarin, "das ist ja eine ganze Menge. Das ist ... beeindruckend. Ich muss sagen, da habt ihr mir wirklich ein schönes Geschenk gemacht. Vielen Dank!"

"Ach ... das ist doch nichts", druckst Paul verlegen herum.

Auf einmal umspielt ein Lächeln ihre Lippen und sie springt auf. "Kommt mal mit! Ich habe eine Idee."

Neugierig folgen die Vier ihrer Gastgeberin in die große Küche. Hier sieht es genauso antik aus. An den Wänden stehen ringsum weiße Holzschränke mit kunstvollen Verzierungen, in der Mitte des Raumes hängt ein kleiner Kronleuchter.

"Müssen Sie etwa noch mit Holz feuern, um Essen zu machen?" Dominik macht große Augen, als er die uralt wirkende Kochstelle erkennt.

"Nein, nein", lacht die Archivarin amüsiert. "Natürlich habe ich da drüben ein Ceranfeld. Diese alte Feuerstelle oder Kochstelle, habe ich aus sentimentalen Gründen so belassen. Es erinnert mich an früher. Na ja, genau genommen macht das die ganze Wohnung. Übrigens ... waren wir nicht eigentlich schon mal beim "du" angekommen? Nennt mich doch bitte Clara."

"Und was ist das jetzt für eine Idee?" Paul platzt fast vor Spannung.

"Nun ja, ihr habt mir so ein schönes Geschenk gemacht und ich dachte mir, ich mache euch das Geschenk, dass ihr ein neues Geschenk machen könnt, um es weiterzuverschenken."

Sarah reibt sich die Stirn. "Öhm ... das war jetzt fast ein bissl verwirrend."

"Und zwar mit Schokolade", fügt Clara unbeirrt hinzu.

Dominik freut sich. "Au ja, Schokolade kommt immer gut."

Clara holt einen Stapel verschiedene Schokoladen aus dem Schrank, dazu noch Lebensmittelfarbe, einige dünne Holzstäbchen und stellt eine Schale mit Blütenblättern dazu. "Ich habe Vollmilchschokolade und weiße Schokolade hier. Aber natürlich geht auch jede andere Sorte. Dazu könnt ihr alles zum Dekorieren nehmen, was euch schmeckt - Kekse, Nüsse, Mandeln, Zucker, Krokant, Schokostreusel - oder Blütenblätter und sogar Trockenfrüchte sind denkbar. Da kann man ganz kreativ sein."

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Dann erklärt Clara ihr Projekt. "Wir machen heute Schokoladenkunst. Als erstes holen wir ein Backblech und legen etwas Backpapier darauf. Während der Ofen auf 50 °C (Ober-Unterhitze) vorgeheizt wird, platzieren wir die Schokolade auf dem Backpapier - ganz nach Belieben - also so, wie sie später mal verarbeitet oder besser gesagt - verschmolzen - werden soll. Dann schieben wir das Backblech mit der Schokolade in den Ofen.

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"Nach etwa 10 - 12 Minuten nehmen wir das Backblech wieder heraus. Jetzt ist die Schokolade schön weich geworden und wir können mit einem Holzstäbchen anfangen kreative Muster hineinzuzeichnen. Damit kann man zum Beispiel marmorieren. Schaut mal ..."

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"Wichtig ist nur, dass ihr jetzt schnell seid, denn die Schokolade wird bald wieder hart werden. Wie die Muster jetzt gemacht werden, ist jedem selbst überlassen. Lasst euch aus ... dekoriert, marmoriert, legt kleine Streusel darauf. Macht, was euch gefällt."

Das lassen sich Sarah, Paul, Dominik und Samuel natürlich nicht zweimal sagen und schon legen sie los. Es dauert gar nicht lang, da haben sie schon ganz unterschiedliche Schokoladen-Kreationen erfunden:

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"Nun muss die Schokolade noch auskühlen. Eigentlich stellt man sie über Nacht an einen kühlen Ort, zum Beispiel gut verschlossen in den Kühlschrank. Aber damit es schneller geht, versuchen wir's mal bei mir im Schockfroster. Wenn ich die Schokolade nur kurz reinstelle ... ... ... und wieder raus. Okay, super. Hat geklappt. Und jetzt verpacken wir die Schokoladenkunststücke noch schön. Dann habt ihr mal eben ein Weihnachtsgeschenk selbstgemacht."

Dominik klatscht in die Hände. "Super! Wenn ich daran denke, dass ich vor einigen Tagen noch Hummeln im Bauch hatte, weil ich die Sache mit den Geschenken voll verpennt hatte."

"Und nun hast du schon zwei davon", stellt Samuel fest.

"Genau. Menschenskinder, Clara ... Sie - äh - du ... bist ja doch ne recht umgängliche Person", brabbelt Dominik frech grinsend.

"Ähm ... danke. Ich nehme das mal als Kompliment." Clara Goldstein Zyper-Mayer - erst verhasst, dann gemieden und jetzt gemocht?

"Tja, manche Dinge ändern sich eben", murmelt Samuel nachdenklich.

Stolz hält Dominik sein nächstes Geschenk in die Höhe: "Vielen Dank, Clara.!"

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Achtung Gewinnspiel

Wir Villsteiner sind schon ganz gespannt auf eure Schokoladenkunststücke. Seid doch so lieb und schickt uns ein Foto eurer eigenen Schokokunst-Kreaktionen. Ganz einfach per E-Mail an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!. Damit nehmt ihr automatisch am Gewinnspiel teil. Viel Spaß beim Kreativsein! ;o)


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