Heute ist Heiligabend. Die vier Freunde besuchen Herrn Müller heute schon besonders zeitig. Gespannt machen sie es sich bequem und Herr Müller beginnt, zu erzählen.

 

* * *

Nach etwa einer Viertelstunde Fußmarsch, hatte Fritz das herrschaftliche Anwesen des Landbesitzers Knorz erreicht. Er öffnete das große, schwere Eisentor und hörte auf einmal das Geräusch einer Pferdekutsche hinter sich. Es dunkelte bereits, sodass er kaum erkannte wie nah die Kutsche schon war. Plötzlich wieherten die Pferde. Reflexartig stieß Fritz das Tor ganz auf und warf sich ins Gebüsch. Gerade noch rechtzeitig. Schon im nächsten Moment raste die Kutsche vorbei und ein wütender Kutscher schrie: „Pass doch auf!“

Fritz rappelte sich wieder auf und knurrte: „Gern geschehen!“ Während er aufs Haus zuging, konnte er beobachten, wie die Kutsche noch gar nicht richtig angehalten hatte, aber der einzige Passagier – Herr Knorz – bereits heraussprang und seiner Frau entgegeneilte. Inzwischen war Fritz nahe genug, um zu hören, wie sie ganz aufgelöst und unter Tränen erklärte, dass ihre Tochter seit Stunden verschwunden sei. Als Herr Knorz das hörte, schien es, als würde er gleich zusammenbrechen.

„Entschuldigung Sie bitte! Gnädige Frau, Herr Knorz, ich …“ begann Fritz.

„Nicht … nicht jetzt. Ich … ich muss nachdenken. Wir … wir müssen sie suchen“, stotterte der sonst so stolze stark wirkende Mann.

„Aber wie denn?“ Seine Frau lag ihm heulend in den Armen. Unter Schluchzen sagte sie: „Unsere ganze Dienerschaft sucht schon seit Stunden nach ihr. Niemand konnte sie finden.“

„Doch wir …“

Jetzt reagierte Herr Knorz schon wieder etwas ärgerlicher. „Ich sagte, nicht jetzt!“ Doch dann räusperte er sich, drehte sich zu dem Jungen um und schaute ihn an. „Bist du nicht einer von den Müllers?“

Fritz nickte. „Fritz Müller, der Herr.“

„Was meintest du damit, als du sagtest – doch wir?“

„Nun … Ihre Tochter war offenbar im Wald spazieren. Sie war aufs Eis gegangen und ist … eingebrochen.“

Kaum hatte Fritz es ausgesprochen, schrie Frau Knorz auf und warf sich weinend zu Boden.

Ihr Mann sank kraftlos neben ihr auf die Knie. „Mein Helenchen…“, hauchte er und wurde blass im Gesicht.

Fritz konnte ihren Schmerz spüren. Einen Moment lang überlegte er, ob er sie das noch eine Weile lange weiter spüren lassen wollte. Immerhin war Herr Knorz erbarmungslos mit seiner Familie gewesen. Doch dann erinnerte er sich wieder an die Worte seines Vaters, die er sagte, als er fortging: „Denkt daran: Weihnachten ist deshalb das Fest der Liebe, weil Gott uns aus Liebe vergeben will.“ Fritz räusperte sich einmal und sagte dann: „Die Geschichte ist hier noch nicht zu Ende. Ich war mit meinem Bruder gerade im Wald spazieren, als wir sie um Hilfe rufen hörten. Wir haben dann …“ Er konnte gar nicht ausreden.

„Habt ihr sie gerettet?“ schrie Herr Knorz Fritz an und schüttelte ihn dabei. „Habt ihr mein kleines Lenchen gerettet?“ wiederholte er. Diesmal flehte er fast weinerlich.

„Ja, haben wir. Sie ist wohlauf. Wir haben sie zu uns nach Hause gebracht und versorgt.“

Unvermittelt fielen Herr und Frau Knorz Fritz gleichzeitig um den Hals und ertränkten ihn fast in ihren Tränen, die wohl eine Mischung aus Trauer und Freude waren.

„Schnell“, rief Herr Knorz dem Kutscher zu, „wir müssen gleich wieder losfahren und nach unserer Tochter schauen.“

Der Kutscher schüttelte den Kopf. „Keine Chance, mein Herr. Die Pferde sind fast totgelaufen. Die kommen nicht mal mehr vom Hof.“

„Dann nehmen sie ein anderes!“ antwortete Herr Knorz.

„Ich sag es nur ungern, aber wir haben nur noch eines. Ihr teuer gehegtes und gepflegtes Springpferd.“

Herr Knorz sackte schonwieder zusammen und seufzte. Dann holte er tief Luft und hauchte: „Nehmen Sie’s!“

„Wie Sie wünschen.“ Der Kutscher trat höflich einen Schritt zurück und brachte die erschöpft keuchenden Pferde in den Stall. Dann holte er das Prachtpferd des Landbesitzers und spannte es an.

Währenddessen wollte Fritz sich schon wieder auf den Weg machen.

„Halt!“ rief Herr Knorz und wischte sich die Tränen weg. „Wo willst du hin, junger Mann?“

„Nach Hause. Vielleicht haben Sie’s vergessen. Meiner Mutter geht es nicht so gut. Dieses Weihnachten wird ohnehin schon schwer genug. Lassen Sie mich zu meiner Familie.“

„Kommt gar nicht in Frage“, sagte Herr Knorz mit fester Stimme.

Fritz riss die Augen auf. „Wie bitte?“

Doch dann fuhr Herr Knorz fort: „Selbstverständlich fährst du mit uns!“

Fritz fiel ein Stein vom Herzen. Er wäre nie auf die Idee gekommen, jemals die Kutsche des Landbesitzers zu besteigen.

„Liebling“, rief Frau Knorz zu ihrem Ehemann. „wir können unmöglich mit leeren Händen dort auftauchen." Dann tuschelten die beiden miteinander und gingen ins Haus.

Kurz darauf schleppten mehrere Diener ganze sieben große Körbe mit allerlei Lebensmitteln in die Ladebucht der Kutsche. Neben Herrn und Frau Knorz stieg noch eine Dienstmagd zu und lächelte Fritz an.

Fritz verstand nicht und runzelte die Stirn.

Dann ging es auch schon los und die Kutsche raste laut polternd über den hart gefrorenen Weg in Richtung Fritz‘ Zuhause.

Kaum angekommen, öffnete Bernhard die Haustür.

Er hatte das Pferd offenbar gehört.

Herr Knorz sprang aus der Kutsche und rannte Bernhard fast um, der noch in der Tür stand. „Wo ist sie? Helene, wo bist du?“ rief er und durchsuchte wild jeden Raum. Als er sie in der Wohnstube endlich fand, brach er zusammen, klammerte sich an seine Tochter und weinte hemmungslos. „Mein Lenchen“, schluchzte er.

Seine Frau kam hinter ihm her, beugte sich über sie und umarmte ihre kleine Familie. Tränenüberströmt verharrten sie so eine ganze Weile.

Inzwischen begann die mitgefahrene Dienstmagd die Körbe aus der Kutsche zu schleppen. Sie hatte Mühe und schnaufte.

Glücklicherweise kamen die drei Jungs zu Hilfe. „Warten Sie, wir helfen Ihnen.“

„Oh bitte, ich bin Isolde. Aber Issi mag ich lieber. Ach, und … vielen Dank!“

Es mutete etwas bizarr an. Die kleine Küche konnte die sieben Körbe nicht fassen, einige mussten im Flur abgestellt werden. Jetzt ging es Schlag auf Schlag. Issi verteilte Aufgaben und instruierte die Jungs, um ihr gut helfen zu können. Während Maria mit ihrer Mutter noch dabei war, das Haus weihnachtlich zu schmücken, wandte sich Herr Knorz an Fritz‘ Mutter.

„Gnädige Frau, bei meinem letzten Besuch …“, er begann zu stottern, „da … da war ich … wie soll ich sagen … etwas ungehalten. Wie geht es Ihnen inzwischen?“

„Nun ja“, keuchte Fritz‘ Mutter. „Es geht mir ein wenig besser. Allerdings bin ich bei jeder Beschäftigung schnell so sehr angestrengt, dass ich mich wieder ausruhen muss.“ Gerade als sie es ausgesprochen hatte, ereilte sie wieder ein Schwächeanfall und sie taumelte und suchte Halt.

„Warten Sie, ich helfe Ihnen!“ Herr Knorz stützte sie und begleitete sie zum Sofa, wo sie sich erst einmal hinlegte. „Sehen Sie, ich wollte … also was ich sagen will …“

„Nun sag es endlich!“ trieb Frau Knorz ihren Mann an, der sich offensichtlich schwertat, zu sagen was zu sagen war.

„Frau Müller, hiermit entschuldige ich mich für mein rüdes Auftreten. Ich möchte Ihnen außerdem sagen, dass Sie sich mit der Zahlung der Pacht so viel Zeit lassen können, wie Sie brauchen.“

„Ach was!?“ Ernst und Fritz horchten auf und schauten Herrn Knorz ungläubig an.

Durch seine vom Weinen geröteten Augen konnte man deutlich sehen, dass er es ernst meinte. „Ja. Darauf gebe ich Ihnen mein Wort, Frau Müller.“

„Ihr Wort?“ fragte Ernst, der nicht so recht glaubte, was er da hörte.

Herr Knorz schaute Ernst verständnisvoll an, seufzte und griff in die Innentasche seiner Jacke. „Ich … dachte mir schon, dass du mir nicht so einfach glauben würdest. Hier, bitte!“ Er hielt dem Jungen einen versiegelten Brief unter die Nase.

Langsam nahm Ernst den Brief entgegen und starrte ihn an.

„Mach ihn auf“, ermutigte sein Bruder Bernhard ihn.

Ernst betrachtete den Brief und das Siegel. Es sah echt aus. Dann riss er sich zusammen und brach das Siegel auf. „Er nahm ein beschriebenes Blatt Papier heraus und las. Dann zog er Augenbrauen hoch, schaute Herr Knorz fragend an und schüttelte langsam den Kopf. „Warum?“

Herr Knorz hatte seine Fassung inzwischen wiedergefunden und sagte mit fester Stimme: „Ich … habe einen Fehler gemacht. Meine Tochter ebenfalls, als sie aufs Eis ging. Doch ihr habt sie trotzdem gerettet. Ihr habt meine einzige Tochter gerettet. Dafür möchte ich mich erkenntlich zeigen.“

„Wovon sprecht ihr bitte?“ Fritz schnappte sich das Papier und erkannte ein richterliches Siegel. Dann las er laut vor: „Dem Besitzer dieser Urkunde wird per richterlicher Anordnung eine Zahlpause für Pacht und Miete auf unbestimmte Zeit gewährt. Diese Anordnung wird mit Unterschrift beider Vertragsparteien rechtskräftig.“ Fritz klappt die Kinnlade runter.

Ohne Umwege zückte Herr Knorz einen Stift, unterschrieb das Dokument und legte es Frau Müller vor. Irritiert schaute sie sich das Schriftstück an, dann ihre Söhne. Ernst und Bernhard nickten. Frau Müller unterschrieb, mit zittriger Hand.

„Das ist das Mindeste, das ich für Sie tun kann, Frau Müller.“ Herr Knorz legte seine Hand behutsam auf Frau Müllers Schulter und flüsterte ihr zu: „Sie können stolz auf Ihre Söhne sein. Sie haben ihr Herz am rechten Fleck.“

In diesem Moment kam Issi zur Tür herein und verkündete: „Das Mahl ist zubereitet. Wo können wir eindecken?“

„Mahl? Eindecken?“ Frau Müller runzelte die Stirn und richtete sich auf dem Sofa auf. „Ich … verstehe nicht.“

Frau Knorz setzte sich zu ihr und schaute sie mit ihren gütigen Augen an. „Sehen Sie, wir hatten ein festliches Weihnachtsmahl geplant und dann verschwand auf einmal unsere Tochter – unser ein und alles. Wie mein Mann schon sagte – Ihre Söhne haben sie gerettet, obwohl ihnen bestimmt nicht danach zumute war. Wir möchten uns bei Ihnen bedanken. Da ich inzwischen davon hörte, dass Sie krank sind, erschien es mir richtig, Sie und Ihre Familie mit dem Weihnachtsmahl zu beschenken.“

„Das … das ist sehr freundlich. Aber … das können wir unmöglich annehmen.“

„Aber natürlich können Sie das. Wir bestehen darauf!“ erklärte Frau Knorz vehement.

Ihr Mann nickte eifrig dazu.

„Dann …“, sagte Frau Müller, „… möchte ich Sie – Ihre ganze Familie – gern zum Weihnachtsmahl einladen.“

Frau Knorz ging wieder zu ihrem Mann, der inzwischen wieder bei seiner Tochter kniete. Sie legte ihre Hand auf seine Schulter und sagte fröhlich lächelnd: „Vielen Dank! Wir sind gern dabei.“

In den nächsten Minuten wurde das ganze Wohnzimmer umgeräumt, um Platz für zehn Personen zu schaffen. Das stellte sich als echte Herausforderung heraus. Doch irgendwie ging es und alle setzten sich.

„Puhh“, stöhnte Fritz, „das ist echt eng. Aber wie heißt es doch so schön? Platz ist in der kleinsten Hütte.“

Als alle so dasaßen, wurde es auf einmal ganz still.

„Geht’s jetzt los?“ flüsterte Helene fragend in die Runde.

„Noch nicht“, antwortete Maria. „Papa ist noch nicht da.“

Fritz riss die Augen auf. War das kein Scherz? Glaubte sie wirklich, dass Vater heute kommen würde?

Maria ging zum Fenster und drückte sich die Nase am kalten Fensterglas platt. Draußen tanzten dicke Schneeflocken durch die Luft. Von Papa keine Spur. „Wo bleibst du denn?“ flüsterte sie. Dann ging sie zurück zum Ofen und wärmte sich die Hände.

„Liebes, ich wollte dich noch etwas Wichtiges fragen“, wandte sich Herr Knorz an seine Tochter.

„Ja?“

„Bei all der Aufregung geht mir eine Frage nicht aus dem Kopf. Warum bist du aufs Eis gegangen? Weißt du denn nicht, dass das gefährlich ist?“

„Doch, schon. Aber …“, Helene schien diese Frage unangenehm zu sein. „Ich war im Wald spazieren, lief am Ufer des Sees entlang und da fiel mir auf einmal mein Teddybär runter. Er plumpste über eine Wurzel und rutschte auf die Eisfläche. Ohne nachzudenken, sprang ich hinterher und wollte ihn wieder aufheben. Da passierte es. Ich bückte mich und … brach ein.“

„Oh … so ist das“, murmelte ihr Vater. Er schaute Fritz und Ernst an und sagte mit zittriger Stimme: „Dann war das ja ein großer … Zufall, dass ihr ausgerechnet in diesem Moment dort vorbeigelaufen seid.“ Herr Knorz hatte offenbar einen ziemlich dicken Kloß hinunterzuschlucken.

„Kein Zufall – ein Wunder!“ korrigierte Maria. „Ein Wunder Gottes.“

„Ein Wunder Gottes?“ wiederholte Frau Knorz irritiert.

Maria nickte eifrig. „Ganz recht. Sehen Sie, Gott – der Schöpfer der ganzen Welt – hält alles in seiner Hand. Er weiß, was hier alles geschieht. Er sieht die Menschen. Er sieht … uns.“

Als Maria das sagte, zuckte Herr Knorz kurz zusammen.

Dann fuhr Maria fort. „Deshalb feiern wir auch Weihnachten. Gott schickt uns seinen Sohn als Retter. Die Menschen sind so böse und damit für alle Zeiten verloren. Aber mit seinem Sohn Jesus Christus gibt Gott uns eine neue Chance wieder zu ihm zu kommen.“

Plötzlich entstand draußen ein Tumult. Alle sprangen auf und schauten angestrengt aus dem Fenster. Da draußen liefen auf einmal ganz viele Menschen kreuz und quer durch die Gegend. Einige von ihnen trugen Fackeln, andere Laternen.

„Jetzt kommt Papa!“ rief Maria siegessicher, rannte zur Tür und riss sie auf.

In den nächsten Minuten konnte man beobachten, dass einige der Männer die umliegenden Häuser betraten, manche liefen wohl noch weiter. Schließlich waren sie alle wieder verschwunden. Von Marias Papa war keine Spur zu sehen.

Mutlos ließ Maria sich auf die oberste Stufe der Treppe fallen. Eine Träne rann über ihr Gesicht. „Ich hatte es mir so sehr gewünscht. Ich hab doch so sehr dafür gebetet“, schluchzte sie.

Wortlos setzte sich Fritz zu ihr und legte seinen Arm um sie. Irgendwann begann Maria zu frösteln. „Komm, Maria! Gehen wir wieder rein, sonst wirst du krank, wegen der Kälte.“ Fritz führte seine kleine Schwester zum Kachelofen und rieb sie warm.

Traurig schaute Frau Knorz in die Runde. „Können wir irgendetwas tun?“

Da stand Marias Mutter auf und sagte mit fester Stimme: „Ja, das können Sie. Das können wir alle. Lasst uns gemeinsam beten und Gott für eine sichere Heimreise meines Mannes bitten.“

Und das taten sie dann auch. „Lieber Vater im Himmel. Du hast uns Menschen lieb. Du hast uns so sehr geliebt, dass du deinen Sohn Jesus Christus auf die Erde geschickt hast – damit wir gerettet werden können. Daran sehen wir deine Größe, Liebe und Barmherzigkeit. Und diese Barmherzigkeit erbitten wir nun für unseren geliebten Ehemann und Vater. Wir bitten dich, bringe ihn uns wieder … zurück.“

„Amen!“ stimmten alle mit ein.

Plötzlich knarrte die Holztreppe vor dem Haus. Reflexartig schauten alle zur Haustür. Da klopfte es.

Maria sprang auf und rannte zur Tür, riss sie auf und … „PAPAAA!“ schrie sie und sprang ihm vor Freude weinend an den Hals. „Ich wusste es.“

„Hooh. Ich krieg ja kaum Luft“, jappste er. „Woher … wusstest du …?“

„Ich hab ganz oft für dich gebetet, Paps.“

„Vielen Dank, mein Liebes. Das habe ich gespürt.“ Dann führte Maria ihren Papa herein. Drin standen alle wie angewurzelt da und hatten Tränen in den Augen.

„Mm … Markus …“, stotterte seine Frau, lief und fiel ihm um den Hals. Tränenüberströmt schluchzte sie: „Ich … wir … haben dich so vermisst. Gott sei Dank - du bist zurück.“

„Ich habe euch auch schrecklich vermisst. Doch ich trug euch stets bei mir – im Herzen.“ Schließlich kamen sein drei Söhne nach dazu und alle umarmten sich herzlich. Nach einer Weile schaute Markus auf und entdeckte den Besuch. „Herr und Frau Knorz … wie kommen wir denn zu der Ehre?“

„Das ist ‘ne lange Geschichte“, antwortete Ernst. „Das könnten wir beim Essen besprechen.“

Beide Familien setzten sich zu Tisch. Markus sprach ein Dankgebet und diesmal konnten wirklich alle Anwesenden aus tiefstem Herzen Amen und Danke dazu sagen. So wurde es ein langer und fröhlicher Abend. Es gab viel zu erzählen. Und vielleicht war das sogar der Beginn einer neuen Freundschaft …

* * *

 

Als Herr Müller fertig mit erzählen war, schien es, als sei die Zeit stehengeblieben. Es war so still im Raum, dass man eine Stecknadel hätte fallen hören können.

„Herr Müller?“ Paul brennt die ganze Zeit schon eine Frage auf den Nägeln.

„Ja, Paul?“

„Dieser Fritz Müller in der Geschichte … das sind nicht zufällig Sie, oder?“

Herr Müller schmunzelt. „Du hast recht.“

„Dann ist das also eine wahre Geschichte?“ überlegt Dominik.

Herr Müller nickt.

„Krasse Sache“, meint Samuel.

„Vielen Dank für diese tolle Geschichte, Herr Müller. Und danke, dass Sie uns damit einen Einblick in ihr Leben gegeben haben. Das war wirklich sehr spannend.“

In diesem Moment kommt Schwester Petra zur Tür herein und lächelt. „Ah, Herr Müller hat wieder Besuch. Das ist schön. Doch jetzt solltet ihr ihn sich erst einmal wieder erholen lassen, okay?“

Die Kinder verabschiedeten sich. „Wir wünschen Ihnen noch ein gesegnetes Weihnachtsfest!“

„Das wünsche ich euch auch, Kinder. Habt vielen Dank für euren Besuch!“

„Tschüss, bis zum nächsten Mal!“


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